Die Meinung des Vermögensverwalters



Rolf Meier,
Managing Partner Swiss Wealth Consulting AG

 

Swiss Invest Group präsentiet an dieser Stelle einen Marktkommentar verfasst von Rolf Meier, Managing Partner der Sparte Vermögensverwaltung Swiss Wealth Consulting AG. Jeweils zum Ende bzw. Anfang eines Quartals nimmt Rolf Meier Stellung zur aktuellen Marktsituation und wagt einen Ausblick auf die Teilmärkte Aktien, Zinsen, Währungen und Rohstoffe.

Wir wünschen Ihnen eine interessante Lektüre.

Marktbericht Januar 2012 - Druckversion

 

Januar 2012 

 

Krise als Chance

Sehr geehrte Anlegerinnen, sehr geehrte Anleger

Beim Anblick auf die vielen Katastrophen, Revolten und Krisen in diesem Jahr, könnte man verzweifeln. Aber sie können Anlass zum Aufbruch sein, vorwärts in eine bessere Zukunft!  

Die Weltwirtschaft
Das Jahr 2011 als ereignisreich zu beschreiben, wäre eine Untertreibung. Der Arabische Frühling und der Nuklearunfall in Fukushima dominierten die Schlagzeilen. In der zweiten Jahreshälfte beschäftigten uns die schwachen Wirtschaftsdaten aus den USA und die Sorgen um die Staatsschulden der Industrieländer. Die Disziplin der Märkte übte einen ungewohnten und sehr starken Druck auf die Regierungen aus, mit Taten und nicht mit Worten ihre Haushalte in Ordnung zu bekommen: Das Zeitalter der Sparsamkeit ist angebrochen.  

Die Aktienmärkte
Angesichts der Krise in der Eurozone dürfte die Konjunktur im nächsten Jahr insgesamt schwach bleiben. Dabei müssen die Industrieländer ihre hohe Verschuldung im Umfeld niedriger Zinsen abbauen, während die Schwellenländer unter anderem gegen die Lebensmittelpreisinflation und das übermassige Kreditwachstum ankämpfen müssen. In diesem Umfeld empfehle ich Aktien gegenüber Anleihen stärker zu gewichten. Was spricht dafür? Die Liquiditätsausstattung der Unternehmen ist gut und die Anleger halten zurzeit beträchtliche Barreserven. Dieses Umfeld spricht für eine Anlage in Aktien von Unternehmen mit hohen, nachhaltigen Dividendenrenditen, soliden Bilanzen und einem bedeutenden Geschäftsanteil in den Schwellenländern. Zurzeit  lassen sich Einzelwerte finden mit einer Dividendenrendite von 4 bis 6 %. Diese stammen meist aus eher defensiven Sektoren wie Energie, Versorgung, Gesundheitswesen und Telekommunikation.  

Wird eine weitere Eskalation der Eurokrise vermieden, gehe ich von einem Anstieg der meisten Aktienmärkte aus.

Die Zinsen
Die Zinsen werden auf einem historisch sehr tiefen Niveau bleiben, da sich die Zentralbanken davor scheuen, das Wirtschaftswachstum zu gefährden. Vor diesem Hintergrund rate ich nebst der grundsätzlichen Untergewichtung von Obligationen zu Anleihen von Industrieunternehmen mit qualitativ guten Bilanzen sowie zu Laufzeiten zwischen ein und vier Jahren. Attraktive Zinsen bieten immer noch Anlagen in Schwedische und Norwegische Kronen. Schwellenländeranleihen mit kurzen Laufzeiten in Hartwährungen erscheinen derzeit auch als interessante Anlagealternative.  

Währungen
Die SNB hat bekräftigt, dass sie die 1.20er Grenze mit allen Mitteln verteidigen wird. Sollte sich die Euro-Krise abschwächen und ein nachhaltiger Schuldenabbau in den Euro-Ländern einstellen, könnte dies die SNB veranlassen, die Mindestuntergrenze zu erhöhen. Es kann ebenfalls festgehalten werden, dass der US Dollar mangels Alternativen und aufgrund eines besseren Wirtschaftswachstums an Attraktivität gewinnen wird.  

Rohstoffe / Alternative
Anlagen Edelmetalle scheinen mir im aktuellen Umfeld weiterhin attraktiv. Gold, welches den Status als Ersatzwährung nicht verlieren wird, ist beim gegenwärtigen Preis nicht überbewertet. Auch über die längere Frist gesehen erscheint Gold wegen der zu erwartenden Inflation attraktiv. Rohstoffe wie Erdöl und Industriemetalle haben aufgrund der bereits erlittenen Preiseinbussen Potential für eine Erholung.  

Fazit
In schwierigen Zeiten, das lehrt die Vergangenheit, führen extreme oder spontane, wenig durchdachte Lösungen selten zum Ziel. In einem anspruchsvollen Umfeld ist der Mittelweg die sinnvollste Lösung und eine vernünftige Risikostreuung sehr wichtig. Weder die aggressive, voll auf Aktien setzende noch die defensive Strategie ist zu empfehlen. Denn es spricht wenig dafür, dass 2012 ein überdurchschnittliches Aktienjahr wird; der vielenorts prognostizierte Börsen- und Wirtschaftskollaps wird aber auch nicht Realität werden. Mehr denn je wird der Erhalt des Vermögens das vorrangige Ziel sein. Aktien, als die attraktivsten aller Sachwerte, müssen dabei eine zentrale Rolle spielen.  

Gerne unterstütze und begleite ich Sie in diesem anspruchsvollen Umfeld.  

Ich wünsche Ihnen ein gesundes und erfolgreiches 2012

Swiss Wealth Consulting AG  

 

Rolf Meier